Zu Ernst Schmidts 100. Geburtstag erinnerte das Medienzentrum Ruhr e.V. mit Medienbeiträgen an Essens Lokalhistoriker
Freitag, den 11. Oktober 2024: Audio – Podcastveröffentlichung (1)
Ernst Schmidt liest aus seiner Autobiographischen Erzählung „Vom Staatsfeind zum Stadthistoriker, Rückblick auf mein bewegtes Leben“
Samstag, den 12. Okt. / 15:00 Uhr: Veranstaltung im Jugendmedienzentrum,
Frankenstraße 185, 45134 Essen. Eine Anmeldung ist erforderlich: kontakt@mz-ruhr.de
Zu Schmidts 100. Geburtstag laden wir zu Kaffee und Kuchen ein, erinnern mit kurzen Medienbeiträgen an Schmidt und seine erinnerungskulturelle Arbeit und nehmen dies gerne zum Anlass, unser intergenerationelles Beteiligungsprojekt „Offene Werkstatt 2024“ zu eröffnen. Die komplette Ausschreibung gibt’s hier…
Sonntag, den 13. Oktober: Audio – Podcastveröffentlichung (2)
Auszüge aus der Feierstunde zu Ernst Schmidts 80. Geburtstag mit Wortbeiträgen von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger (CDU) und dem Historiker Prof. Dr. Lutz Niethammer
Montag, den 14. Oktober / 21:00 Uhr / Radio Essen: Radiosendung (Bürgerfunk) leider aus technischen Gründen ausgefallen und verschoben auf Donnerstag, den 17. Oktober um 21 Uhr!
Dienstag, den 15. Oktober: Video-Veröffentlichung Studiogespräche mit Ernst Schmidt 1
Erster Essener Arbeiterkandidat tritt zu den Wahlen zum norddeutschen Reichstag am 31. August 1867 an, aus der Ok43 Pilot-Sendereihe „Essen erinnern“, Tom Briele 1991/1992
Mittwoch, den 16. Oktober / 21:00 Uhr / Radio Essen: Radiosendung (Bürgerfunk)
Auszüge aus der Feierstunde zu Ernst Schmidts 80. Geburtstag mit Wortbeiträgen von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger (CDU) und dem Historiker Prof. Dr. Lutz Niethammer
Donnerstag, den 17. Oktober: Video-Veröffentlichung Studiogespräche mit Ernst Schmidt 2
Essener Arbeiterzeitung. Erstes eigenes Parteiorgan der SPD in Essen erscheint am 26. Oktober 1907, aus der Ok43 Pilot-Sendereihe „Essen erinnern“, Tom Briele 1991/1992
und 21:00 Uhr / Radio Essen: Radiosendung (Bürgerfunk) Ernst Schmidt liest aus seiner Autobiographischen Erzählung „Vom Staatsfeind zum Stadthistoriker, Rückblick auf mein bewegtes Leben“
Freitag, den 18. Oktober: Video-Veröffentlichung Studiogespräche mit Ernst Schmidt 3
Die Essener Opfer der Stalinära, aus der Ok43 Pilot-Sendereihe „Essen erinnern“, Tom Briele 1991/1992
Montag, den 16. Dezember / 21:04 Uhr / Radio Essen: Radiosendung (Bürgerfunk)
Anlässlich des 15. Todestages von Dr. Ernst Schmidt erinnert Walter Wandtke an Essens Stadthistoriker. In diesem Beitrag hören Sie Dr. Ludger Fittkau im Gespräch mit Dr. Ernst Schmidt in neu kompilierten Ausschnitten aus älteren Radiosendungen der Neuen Essener Welle.

In 2024 standen zu Beginn des Jahres wieder drei Wochen Praktika an. In den Januar-Praktika bearbeiteten Schülerinnen und Schüler das Thema „Migration und die Identität des Ruhrgebiets“. Die Ergebnisse gibt es wie immer auf www.townload-tv.de unter Aktuelles.
Im Rahmen des Projekts haben die Schüler/innen der Frida Levy-Gesamtschule eine Veranstaltung in der Stadtteilbibliothek Stadtwald zum Thema „Erinnern in Essen“ begleitet. Weitere Infos hier…




Praktikum in Borbeck
Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Schulen in Essen (Frida-Levy-Gesamtschule und Gymnasium Borbeck) haben sich in zwei- bis dreiwöchigen Praktika im journalsitsichen Arbeiten ausprobiert. Sie haben sich mit dem Thema „Stadt im Wandel – Dein Blick auf Medien, Migration und Mobilität“ beschäftigt. Dazu gehörten, ein Konzept für ein Medienprodukt zu erstellen und die journalistische Recherche genauso wie das Führen von Interviews, die Arbeit mit Kameras und am Ende der Schnitt. Zum Thema Migration waren die Praktikant*innen im eindrucksvollen DOMiD in Köln, haben mit Menschen auf dem Barcamp für Diversität in Essen gesprochen und ihre Erfahrungen auf der Veranstaltung „Erinnern in Essen“ in der Stadtbibliothek Stadtwald diskutiert.


Eine andere Gruppe hat sich in der Alten Cuesterey vom Kulturhistorischen Verein Borbeck getroffen. Dort hat sie Susanne Hölter, die ehemalige Chefredakteurin der Borbecker Nachrichten, zum Wandel in der Medienlandschaft interviewt. Eine dritte Gruppe thematisierte den Wandel hin zu einer nachhaltigen Mobilität und hat mit aktiven Bürger*innen und Wissenschaftlern gesprochen.
Die Ergebnisse gibt es auf townoald-tv.de unter Aktuelles.



In einem Praktikum hat Shadi Omar einen Film zum Thema „Familienbande“ gemacht:
2024 Erinnern in Essen
Wer erinnert eigentlich Wie, Wann und Warum an Wen oder an Was?
Gesprächs- und Diskussionsveranstaltung zu einer demokratisch-solidarischen, engagiert vielfältigen Erinnerungskultur in Essen. Gemeinsam mit Jugendlichen stellen wir Ihnen unsere Beteiligungsprojekte vor. Wir sprechen und diskutieren mit dem Historiker Thomas Hammacher, Gründungsmitglied des Vereins „Mnemosyne – Forum für Erinnerungskulturen“ sowie mit Ahmad Omeirat, Gründungsmitglied des Vereins „Laissez passer“ und Ratsherr der Grünen über „Erinnern in Essen“.
Eine Kooperationsveranstaltung des Archivs des Medienzentrums Ruhr e.V. und der Stadtteilbibliothek Stadtwald am Dienstag, den 23. Januar 2024 von 18:00 bis ca. 20:00 Uhr
in der Stadtteilbibliothek, Frankenstraße 185, 45134 Essen.
Die ausführliche Einladung als pdf hier...
Bilder zur Veranstaltung hier…
2024 Angriff auf unsere Demokratie
In Steele ist etwas Ungeheuerliches passiert. Von den am 20. Oktober verlegten Stolpersteinen sind die der Familie Kongreckie geschändet und gestohlen worden. Unser Film der Verlegung kann hier gesehen werden (runter scrollen zum Beitrag „Hopla! Stolpersteine halten Erinnerungen lebendig.“).
Als Medienzentrum Ruhr e.V. veröffentlichen wir hier Stellungnahmen dazu:
Auf Worte folgen Taten – Zerstörung und Diebstahl von Stolpersteinen in Essen-Steele
Das Medienzentrum Ruhr e. V. verurteilt den gezielten Angriff scharf und fragt: Sind Erinnerungskultur, Menschenwürde, Humanität und Demokratie in unserer (Stadt-)Gesellschaft in ernster Gefahr?
Wenn einigen Menschen in unserer Stadtgesellschaft der moralische Kompass abhanden kommt, so geschieht das nicht über Nacht und nicht ohne entsprechenden Hintergrund. Im aktuellen Fall in Essen Steele wurden Stolpersteine am helllichten Tag zerstört und entwendet. Metalldiebe? Wohl eher nicht … oder sind es „dumme (Steeler) Jungs“ Streiche? Falls ja, wäre das Wort „Streich“ wohl nicht angemessen, handelt es sich doch um politisch motivierte, antisemitische Straftaten. Noch wird ermittelt. Der Staatsschutz ist involviert. Aber egal was die Ermittlungen ergeben, ein wichtiger Teil der Essener Erinnerungskultur ist in Gefahr, denn es sind keine Streiche, wenn Gedenkorte geschändet, die Namen von NS-Opfer entfernt und die sichtbare und würdevolle Erinnerung an die Menschen und ihre Geschichte so respektlos zerstört werden – und das mutmaßlich absichtsvoll und keineswegs geschichtsvergessen.
Wir machen uns dafür stark
– die „Stolpersteinlücke“ rasch zu schließen,
– entschiedene und zeitnahe Aufklärung einzufordern und
– für eine breite Zivilgesellschaftliche Debatte einzutreten, welche die Würde des Menschen in den Fokus nimmt und
– die Stärkung einer solidarischen, demokratischen und engagierten Erinnerungskultur in Essen in den Blick nimmt.
Stellungnahme der Frida-Levy-Gesamtschule
Die AG Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage der Frida-Levy-Gesamtschule ist entsetzt und sprachlos über die Entfernung und bewusste Zerstörung der Stolpersteine der Familie Kongrecki an der Dahlhauser Straße in Essen Steele, deren Verlegung die AG und die Schulleitung noch vor wenigen Wochen begleitet haben.
Der einzige Gedenk- und Erinnerungsort an die Steeler Familie sollte durch diese Schandtat den Essener Bürger*innen genommen werden, doch dies lassen wir nicht zu: Wir fordern eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse und wünschen uns innig, dass die Stolpersteine an ihren vorgesehenen Bestimmungsort zurückgebracht – und wenn dies nicht möglich, ersetzt werden.
Stellungnahme unseres Oberbürgermeisters Thomas Kufen
Mit den Stolpersteinen erinnern wir an die Opfer des Nationalsozialismus. Wer diese Stolpersteine beschädigt, entwendet oder zerstört, wendet sich gegen unsere Erinnerungskultur und stellt sich letztlich gegen die Werte unserer Gesellschaft. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Eine Anzeige wegen Diebstahls und die Ermittlungen des Staatsschutzes laufen bereits. Ich hoffe die Täterin oder der Täter können schnell ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.
Stellungnahme von Prof. Christian Börsing
Die aktuellen Vorkommnisse machen mich sehr traurig und lassen mich einfach nur sprachlos zurück. Wie kann sich in Menschen nur so ein Hass niederlassen?
Umso mehr liegt aber unsere Hoffnung auf den jungen Menschen, die wir mit unserer pädagogischen Arbeit zur Erinnerungskultur erreichen.
Stellungnahme von Dirk Fuchs
Abgesehen davon, dass es sich um Diebstahl, Zerstörung und Schändung eines Mahnmal handelt, geht mir diese Intoleranz, diese Respektlosigkeit voll gegen den Strich. Wie soll ein zukünftig friedliches Leben in der Demokratie zwischen unterschiedlichen Kulturen mit Antisemitismus, Hass, Respektlosigkeit und Intoleranz möglich sein?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Täter nicht auch ein friedliches Leben bevorzugen, aber so jetzt kontraproduktiv agieren.
Stellungnahme Susanne Hölter
Kultur-Historischer Verein Borbeck e.V.
Als Heranwachsende fragte ich mich oft: Wie hat es damals so weit kommen
können? Warum haben die Älteren nichts unternommen? Wie konnte man das
geschehen lassen? Heute habe ich eine dunkle Ahnung von dem Warum.
Stillschweigen und Wegschauen haben den Weg geebnet für millionenfachen
Mord.
Für den Kultur-Historischen Verein Borbeck hatte Andreas Koerner das
Stolperstein-Projekt begleitet und auch bekannt gemacht. Würde er noch
leben, er wäre entsetzt – wie so viele. Hoffen wir, dass sie die Kraft
finden, nicht zu schweigen.